Nun ist es beschlossene Sache: Der Flächennutzungsplan in Kaltenweide wird angepasst, die Grundstücke für eine Weiherfeld Erweiterung werden gekauft und das Landschaftsschutzgebiet wird dafür geopfert. 

So beschloss es der Rat der Stadt Langenhagen vor der Sommerpause mit knapper Mehrheit.  SPD, Teile der CDU und sogar die Grünen waren für den Erwerb der Grundstücke und für die Löschung aus dem Landschaftsschutz. Wenigstens aber wurde ein Aufschub beschlossen: Für 10 Jahre soll das Weiherfeld Ost nicht bebaut werden.

Die BBL hatte alles versucht, konnte letztendlich aber nicht die Mehrheit des Rates davon überzeugen, von der Osterweiterung abzusehen.  Die vielen gesammelten Unterschriften und zwei klare Voten des Ortsrates Kaltenweide gegen die Erweiterung wurden überstimmt.  

Jetzt geht es darum, weiter aufzuklären und die Bebauung auch über die versprochenen 10 Jahre hinaus zu verhindern. Auch wenn der Landschaftsschutz für die Flächen nun aufgehoben wird, so werden wir trotzdem versuchen, die Landschaft dort zu schützen. Dieses gilt im übrigen nicht nur für die Flächen in Kaltenweide, sondern auch für die vielen anderen grünen Flächen, die unsere Stadt lebenswert machen. 

Zu einer lebenswerten Stadt gehört übrigens ebenso eine sichere und funktionierende Infrastruktur. Hier gilt es bezogen auf Kaltenweide für die BBL nun weiter zu hinterfragen. Nachdem nun durch unseren Vorstoß das Thema Schulbusse nach Jahren endlich auf den Weg gebracht wurde, muss jetzt schnell eine Lösung für die Grundschule geschaffen werden. Hier stellen wir uns die Frage: Warum verzögert sich der Umzug der Feuerwehr in Kaltenweide seit über einem Jahr? Mit dieser Geschwindigkeit jedenfalls wird die Infrastruktur in Kaltenweide auch in 10 Jahren noch nicht für eine Erweiterung vorhanden sein.

Unser Motto lautet deshalb nun: Ärmel hoch und weiter machen.

 

Am 13.6.2017 wies der Ortsrat Godshorn einstimmig eine Vorlage der Verwaltung zurück, die den Bau eines weiteren Logistikterminals der Firma DHL Freight GmbH im östlichen Teil der Münchner Straße ermöglicht. Die BBL schloss sich dem Votum überzeugt an, um weitere unzumutbare Verkehrsbelastungen für Godshorn und das weitere Langenhagen zu verhindern. Anstelle von zusätzlicher Logistik soll sich die Stadt bemühen, stark wertschöpfende High-Tech Arbeitsplätze anzusiedeln. Das Thema wird in naher Zukunft erneut auf Ebene des Stadtrats behandelt. Die BBL hofft auf dort auf fraktions- und ortsübergreifende Ablehnung der Pläne.

Vorgestellt wurde das Projekt vom Geschäftsführer der DHL Freight GmbH, Michael Schmidt, sowie den Vertretern des Flughafens Dr. Raul Hille und Michael Hesse sowie dem für Verkehrsplanung beauftragten Büro Schubert, Herrn Thomas Müller. 

Entstehen soll dort für ca. 16 Mio. Euro auf über 44.000 m² ein Umschlagplatz für Palletten mit 86 LKW Ladebuchten. Angestrebt wird ein Umsatz von 30 Mio. Euro pro Jahr. Ca. 40 Mitarbeiter sollen in der Logistikhalle und ca. 120 in den beiden kleinen Bürogebäuden nördlich und südlich der Münchner Straße arbeiten. Auf dem kleinen Gelände nördlich der Fertighauswelt, sollen neben einem Bürogebäude auch einige zusätzlich Parkflächen für LKW mit sanitären Einrichtungen entstehen. Ob diese auch von betriebsfremden LKW-Fahrern genutzt werden können, ließ Schmidt genauso offen wie die Frage, wie er das Ziel – mit DHL bis 2050 klimaneutral arbeiten zu wollen – mit den vielen Subunternehmern erreichen wolle. Zudem betonte der Flughafenchef, dass der Kaufvertrag für das südliche Gelände noch nicht unterschrieben sei. Das für Verkehrsplanung beauftragte Büro geht von über tausend zusätzlichen Fahrzeugbewegungen pro Tag aus und empfiehlt Änderungen im Verkehrsfluss an mehreren Knotenpunkten. 

Der Ortsrat zeigt sich fraktionsübergreifend verwundert über die Präsentation, da diese erst wenige Stunden vor Beginn der Sitzung überhaupt angekündigt wurde. Zudem entspräche das vorgestellte Konzept nicht dem vorliegenden Beschluss 2016/033-1 des Verwaltungsausschusses, nachdem die Verwaltung einen B-Plan unter Ausschluss von Logistik-Unternehmen entwickeln solle. Dieser Beschluss war der zuständigen Mitarbeiterin der Verwaltung aber angeblich nicht bekannt. Kritische Fragen und Bitten des Ortsrates nach mehr Branchenmix konterte der Flughafenchef mit den Worten: „Mehr Hightech als DHL werden sie hier nicht hinbekommen“. 

Das sah der Ortsrat entschieden anders und so wurde ein Änderungsantrag der CDU einstimmig im Ortsrat verabschiedet und DHL und Flughafen unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt. Gleiches galt für die Verwaltung, die nachdrücklich aufgefordert wurde, doch einen Beschlusskonformen B-Planentwurf vorzulegen und weitere Logistikansiedlungen auszuschließen. Das Maß des Erträglichen sei für die Bürger durch den Schwerlastverkehr mittlerweile weit überschritten, so der Ortsrat.